Digitalisierung am Bau

Einleitung
Die Baustelle der Zukunft ist digital – und das bereits heute. Am Beispiel des Projekts „Muni Max“ im Rahmen von HolzvisionMAX wird deutlich, wie modernste Technologien die Montageplanung transformieren: Anstatt spontanen, papier- oder erfahrungsbasierten Entscheidungen steht ein präziser, modellbasierter Prozess im Zentrum – digital gesteuert, visuell klar und teamübergreifend verständlich.

 Projekt «Muni Max» – Symbol für regionale Wertschöpfung und digitale Innovation

  • HolzvisionMAX ist eine Initiative zur Förderung der regionalen Holzwirtschaft in der Ostschweiz. Ihr Ziel ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wald über Sägewerke bis hin zur Montage – und damit die Stärkung nachhaltiger Wertschöpfungsketten.
  • Muni Max ist das Kernprojekt dieser Initiative: ein 20 Meter grosser Holzriese, der erstmals am ESAF 2025 Glarnerland+ präsentiert wurde und langfristig als Publikumsmagnet im Tourismusbereich vom Kanton Uri verankert wird.
  • Ca. 220 Partnerbetriebe aus Forst, Holzbau, Schreinerei, Ausbildung und Logistik sind an diesem gemeinsamen Vorhaben beteiligt.

Digitalisierung auf der Baustelle: Modellbasierte Montage mit BIMteam

BIMteam bringt die digitale Arbeitsweise direkt auf die Baustelle. Die Cloud-basierte Plattform dient als Common Data Environment (CDE) und bietet damit einen zentralen Zugriffspunkt für Projektmodelle mit Unterstützung offener Standards wie IFC und BCF, ergänzt um Versionierung, Datenfreigabe, Issue-Management sowie eine lückenlose Aktivitätsprotokollierung.

Link zum Teilmodell auf BIMteam: Hier öffnen

So lief die modellbasierte Montage von Muni Max ab

In enger Zusammenarbeit mit BIMteam wurde der gesamte Montageprozess von Muni Max in cadwork 3D virtuell modelliert, visuell aufbereitet und über die Plattform direkt auf der Baustelle verfügbar gemacht. So konnten selbst komplexe Abläufe verständlich dargestellt und effizient umgesetzt werden.

Ein Schwerpunkt lag auf der Vormontage, die zu einem grossen Teil von Lernenden ausgeführt wurde. Dafür wurden von den zu montierenden Modulen Teilmodelle erstellt, in denen die genaue Lage während des Zusammenbaus, die Reihenfolge der Montage sowie die benötigten Verbindungsmittel klar ersichtlich waren. Ergänzend dazu wurden auch die zu prüfenden Kontrollmasse integriert, die zusätzlich zur Masskontrolle während des Zusammenbaus auch als Teil der Qualitätskontrolle der gelieferten Elemente dienten.

Für die Endmontage wurde das digitale Modell um weitere Informationen erweitert: Neben den eigentlichen Bauteilen und Modulen enthielt es auch Angaben zu Kranpositionen, den Arbeitsbereichen der Hebebühnen sowie den Anlieferungsplätzen der grössten und schwersten Elemente.

Jeder einzelne Montageschritt wurde visuell dargestellt inklusive der zu montierenden Bauteile, der eingesetzten Kräne, der zugeteilten Hebebühnen und der jeweils benötigten Verbindungsmittel. So entstand ein klarer, visuell nachvollziehbarer Montageplan, der allen Beteiligten Sicherheit und Orientierung bot.

Besonders wertvoll war die Möglichkeit zur flexiblen Anpassung während der laufenden Montage: Da viele Bauteile komplex waren und teilweise bis zu drei Kräne gleichzeitig eingesetzt wurden, liess sich der genaue zeitliche Ablauf im Vorfeld nicht bis ins Detail festlegen. Dank des digitalen Modells konnten jedoch Kranzuteilungen oder Abläufe bei Bedarf in Echtzeit angepasst und über BIMteam sofort an die Montageteams übermittelt werden.

Warum modellbasierte Montage wegweisend ist

Die modellbasierte Montage bringt zahlreiche Vorteile mit sich und setzt damit neue Massstäbe für die Baupraxis. Anstelle analoger Pläne treten digital visualisierte Modelle, die eine klare Übersicht über Kranpositionen, Abläufe und Verantwortlichkeiten bieten. Dadurch wird nicht nur die Präzision erhöht, sondern auch die Montage für alle Beteiligten deutlich transparenter.

Besonders spürbar sind die Effizienz- und Sicherheitsgewinne: Die exakte, modellbasierte Positionierung der Bauteile ermöglicht es, Hebe- und Montageschritte zielgerichtet und mit deutlich geringerem Risiko umzusetzen. Gleichzeitig greifen alle Projektbeteiligten auf ein zentrales Modell zu, in dem Updates, Versionen und Kommunikationsschritte lückenlos dokumentiert sind – was die Zusammenarbeit erheblich vereinfacht.

Ein weiterer Pluspunkt ist der durchgängige Informationszugang: Selbst während der laufenden Montage stehen sämtliche im Modell enthaltenen Daten jederzeit zur Verfügung. So wird die digitale Planung zum praxisnahen Werkzeug auf der Baustelle und schafft die Basis für mehr Qualität, Effizienz und Sicherheit.

Fazit – Digitalisierung mit Bodenhaftung

Die Baustelle der Zukunft ist längst Realität. Der modellbasierte Aufbau von Muni Max zeigt eindrücklich, wie digitale Werkzeuge wie BIMteam mit regionaler Holzkompetenz und interdisziplinärer Zusammenarbeit verschmelzen. Entstanden ist ein Leuchtturmprojekt für die Schweizer Holzwirtschaft.

Dabei steht die Digitalisierung nicht im Vordergrund als Selbstzweck, sondern als praktischer Mehrwert: Sie schafft Transparenz, Effizienz und Sicherheit – und wird so zum integralen Bestandteil heutiger Arbeitsweisen.

Genau diese Verbindung von modernster Technologie und gelebten Werten macht den Erfolg von Muni Max aus – und bietet eine inspirierende Blaupause für zukünftige Bauprojekte.

Zu BIMteam

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